Inhalt
- 1 Siebdruckrakel
- 2 Schritt 1: Rakelauswahl (kritische Grundlage)
- 3 Schritt 2: Vorbereitung
- 4 Schritt 3: Messen und Markieren
- 5 Schritt 4: Schnittfugen schneiden (Die Modifikation)
- 6 Schritt 5: Formen und Festlegen der Kurve
- 7 Schritt 6: Testen und Feinabstimmung
- 8 Wichtige Hinweise und Sicherheit
- 9 Abschluss
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Siebdruckrakel

Standardrakel für den Siebdruck haben gerade Kanten und eignen sich gut für zylindrische Gegenstände wie Flaschen, Tuben, Kosmetikbehälter oder Wasserbecher sowie konische Formen wie Kaffeebecher zum Mitnehmen oder Bubble-Tea-Behälter. Beim Siebdruck auf ungewöhnlich geformten, gewölbten Oberflächen – wie ovalen Flaschen, Gegenständen mit erhabenem Mittelteil oder vertieften Konturen – stößt ein gerader Rakel jedoch oft an seine Grenzen. Für diese unregelmäßigen Oberflächen ist es unerlässlich, den Rakel in eine individuell geschwungene Form zu bringen, die zum Profil des Produkts passt. Diese Anleitung beschreibt die professionelle Methode zur Herstellung gebogener Rakel – eine wertvolle Fähigkeit, egal ob Sie eine manuelle Einrichtung oder eine spezielle Siebdruckmaschine verwenden.
Warum gebogene Rakel für Spezialdruck wichtig sind
Für einen gleichmäßigen Farbauftrag auf komplexen Kurven ist ein perfekter Kontakt zwischen Rakel und Oberfläche erforderlich. Ein gebogener Rakel sorgt für gleichmäßigen Druck über die gesamte Druckfläche und verhindert Farbverluste, Verschmieren oder eine ungleichmäßige Deckung. Diese Technik erweitert die Möglichkeiten Ihres Siebdruckers erheblich und ermöglicht Ihnen die effiziente Bearbeitung anspruchsvoller Aufträge. Für gleichmäßige Ergebnisse bei großen Mengen gebogener Objekte sollten Sie Ihren individuellen Rakel mit einer speziellen Siebdruckmaschine für gebogene Objekte kombinieren, wie zum Beispiel diesem mehrfarbigen, halbautomatischen Siebdrucker für gebogene Oberflächen. Siebdrucker das eine präzise Steuerung und Mikroregistrierung bietet.
Schritte zur Herstellung eines gebogenen Rakels
Schritt 1: Rakelauswahl (kritische Grundlage)
Die Wahl des richtigen Basisrakels ist für eine erfolgreiche Modifikation und Druckleistung von größter Bedeutung.
1.1 Materialauswahl:
Polyurethan (PU)-Rakel:
Eigenschaften: Hervorragende Abriebfestigkeit, gute Lösungsmittelbeständigkeit, hervorragende Belastbarkeit.
Am besten geeignet für: Die überwiegende Mehrheit der Siebdruckanwendungen, insbesondere UV-härtende und lösungsmittelbasierte Tinten.
Härtebereich: Typischerweise 60–90 Shore A.
Silikon-Rakel:
Eigenschaften: Hohe Hitzebeständigkeit, ausgezeichnete chemische Stabilität.
Am besten geeignet für: Lebensmittelverpackungen, medizinische Geräte und andere hygienekritische Bereiche.
Einschränkung: Nicht für lösemittelhaltige Tinten geeignet.
Gummi-Rakel (Naturkautschuk):
Eigenschaften: Gute Elastizität, geringere Kosten.
Am besten geeignet für: Tinten auf Wasserbasis und einige Plastisole.
Nachteile: Schlechte Lösungsmittelbeständigkeit, schnellerer Verschleiß.
1.2 Leitfaden zur Härteauswahl:
Die Rakelhärte wirkt sich direkt auf das Tintenübertragungsvolumen und die Druckdefinition aus:
55-65 Shore A (weich):
Am besten geeignet für: Unregelmäßige Oberflächen, gewölbter Druck.
Eigenschaften: Hohe Flexibilität, passt sich unebenen Untergründen gut an.
65-75 Shore A (mittel):
Am besten geeignet für: Die meisten allgemeinen Flachdruckanwendungen.
Eigenschaften: Gleicht Konformität und Haltbarkeit aus.
75-85 Shore A (Hart):
Am besten geeignet für: Hochpräzisen Flachdruck.
Eigenschaften: Sorgt für scharfe Druckkanten, ideal für feine Details/Halbtöne.
85-95 Shore A (Extra Hart):
Am besten geeignet für: Hochspannungsbildschirme, Präzisionsdruck von Elektronik.
Eigenschaften: Minimale Auslenkung, für extreme Präzision.
1.3 Formauswahl (vor der Modifikation):
Rechtwinklige Kante (90°):
Eigenschaften: Schärfste Druckkante.
Am besten geeignet für: Hochauflösender Druck, feine Linien, Punkte.
Abgeschrägte Kante (einfache oder doppelte Abschrägung):
Eigenschaften: Gleicht Tintenfluss und Kantenschärfe aus.
Am besten geeignet für: Allgemeine Zwecke, vielseitig für viele Tintenarten.
Sonderformen:
Gebogen: Vorgebogen für bestimmte Zylinder (Ausgangspunkt für komplexe Kurven).
Benutzerdefiniert: Für einzigartige Anwendungen gemacht.
1.4 Größenüberlegungen:
Länge: Sollte die Bildbreite um 2–4 cm (ca. 1–1,5 Zoll) überschreiten.
Höhe: Normalerweise 20–30 mm (ca. 0,8–1,2 Zoll) – bietet Stabilität für Modifikationen.
Kantenwinkel: Normalerweise 45° oder 60°; beeinflusst die Tintenfreigabeeigenschaften.
1.5 Passender Tintentyp:
Tinten auf Wasserbasis: PU-Rakel mittlerer Härte.
Lösungsmittelbasierte Tinten: Lösungsmittelbeständige PU-Rakel (höhere Härte oft besser).
UV-Tinten: Härtere PU-Rakel (75+ Shore A).
Plastisol-Tinten: Rakel aus Naturkautschuk oder weicheren PU-Tinten.
1.6 Passender Untergrund:
Flach/starr (Glas, Metall, Hartplastik): Quadratische Kante mittlerer Härte.
Textilien: Runde oder abgeschrägte weiche Kante.
Unregelmäßige Oberflächen: Weiche, sehr anpassungsfähige Rakel.
Präzisionselektronik: Extraharte quadratische Kante.
1.7 Wartung und Austausch:
Überprüfen Sie die Klingenkante regelmäßig auf Verschleiß/Beschädigung.
Reinigung: Nach Gebrauch sofort reinigen; längeres Einweichen in Lösungsmitteln vermeiden.
Aufbewahrung: Senkrecht hängen oder flach hinlegen, Rand vor Druck/Verformung schützen.
Ersetzen, wenn: Die Kante erhebliche Abnutzung, Kerben, Absplitterungen oder dauerhafte Verformungen aufweist.
1.8 Auswahltipps:
Testen Sie die Rakel zunächst an Abfallmaterial.
Besprechen Sie spezifische Anwendungsanforderungen mit Ihrem Lieferanten.
Berücksichtigen Sie die Gesamtkosten (Langlebigkeit, Druckqualität) und nicht nur den Kaufpreis.
Führen Sie Aufzeichnungen über die Leistung des Rakels, um sie später optimieren zu können.
1.9 Fehlerbehebung bei häufigen Problemen:
Unscharfer Druck: Rakel zu hart oder falscher Kantenwinkel.
Überschüssige Tinte: Rakel zu weich oder ungeeignete Form.
Vorzeitiger Verschleiß: Falsche Härte oder falsches Material für Tinte/Substrat.
Schritt 2: Vorbereitung
Basisrakel auswählen: Wählen Sie einen PU-Rakel. Eine mittlere Härte (65-75 Shore A) bietet ein gutes Gleichgewicht zwischen Flexibilität und Stabilität für Modifikationen.
Besorgen Sie sich folgende Werkzeuge: Scharfe Schere oder Universalmesser, Rakelhalter/-klemme, Maßband oder Messschieber, Heißluftpistole (optional, aber hilfreich).
Schritt 3: Messen und Markieren
Messen Sie die Krümmung der Produktoberfläche, auf die Sie drucken möchten, genau.
Markieren Sie sorgfältig die wichtigsten Biegepunkte und Bereiche, in denen sich die Krümmung auf der Rakelklinge ändert.
Schritt 4: Schnittfugen schneiden (Die Modifikation)
Machen Sie mit einer Schere oder einem Universalmesser gleichmäßig verteilte Schnitte entlang der Länge der Rakelklinge auf der der Druckkante gegenüberliegenden Seite.
Wichtig: Die Schnitttiefe sollte 1/2 bis 2/3 der Rakelhöhe betragen. Niemals ganz durchschneiden!
Abstand: Der Abstand zwischen den Schnitten bestimmt die Enge der Kurve. Engere Kurven erfordern einen geringeren Abstand (typischerweise 5–15 mm / ca. 0,2–0,6 Zoll). Breitere Kurven erfordern weniger häufige Schnitte.
Schritt 5: Formen und Festlegen der Kurve
Legen Sie den Rakel mit der Kerbe in Ihren Halter oder Ihre Klemme.
Biegen Sie den Rakel vorsichtig, um ihn genau an die Kontur Ihres Produkts anzupassen. Stellen Sie sicher, dass er entlang der gewünschten Kurve vollständig aufliegt.
Optionale Wärmeeinstellung (empfohlen für längere Haltbarkeit): Verwenden Sie eine Heißluftpistole auf niedriger Stufe (60–70 °C / 140–160 °F), um das gebogene PU sanft zu erwärmen. Dadurch entspannt sich das Material in die neue gebogene Form und erhält so eine bessere Langzeitstabilität. Überhitzung vermeiden!
Ziehen Sie die Klemmschrauben fest an, um den Rakel während des Abkühlens (falls er erhitzt ist) oder für den sofortigen Gebrauch in seiner gebogenen Form zu halten.
Schritt 6: Testen und Feinabstimmung
Installieren Sie den modifizierten gebogenen Rakel auf Ihrem Siebdrucker.
Führen Sie Testdrucke auf dem tatsächlich gebogenen Produkt oder einer präzisen Form durch.
Kontrollieren Sie sorgfältig den Farbauftrag und den Kontakt auf der gesamten Fläche.
Nehmen Sie bei Bedarf kleinere Anpassungen an der Biegung vor. Möglicherweise müssen Sie weitere Schnitte hinzufügen oder vorhandene leicht vertiefen (vorsichtig!).
Wichtige Hinweise und Sicherheit
Sicherheit geht vor: Seien Sie beim Umgang mit Messern und Heißluftpistolen äußerst vorsichtig. Tragen Sie beim Schneiden schnittfeste Handschuhe.
Schnittfugen: Machen Sie schrittweise Schnitte. Es ist einfacher, später tiefer zu schneiden, als einen Überschnitt zu korrigieren.
Das Material ist wichtig: Verschiedene Materialien (insbesondere Nicht-PU-Materialien) reagieren unterschiedlich. Testen Sie den Schnittabstand/die Schnitttiefe zunächst an einem Abfallstück.
Halten Sie Backups bereit: Stellen Sie mehrere Rakel gleichzeitig her. Änderungen können schwierig sein; Ersatzteile verhindern Produktionsverzögerungen.
Übung: Perfektionieren Sie Ihre Kerbtechnik an Abfallmaterial oder alten Rakeln, bevor Sie Produktionswerkzeuge modifizieren.
Abschluss
Mit dieser Schnittfugenmethode können Sie einen herkömmlichen Rakel effektiv in ein Spezialwerkzeug für den Druck auf komplex gekrümmten Oberflächen verwandeln. Dies erweitert den Anwendungsbereich Ihrer Siebdruckanlage erheblich, unabhängig davon, ob Sie eine manuelle Vorrichtung oder eine automatisierte Siebdruckmaschine verwenden. Geduld und sorgfältige Anpassung während des Modifikationsprozesses sind entscheidend für eine perfekte Konturanpassung zwischen Rakel und Produktoberfläche, die für eine optimale Druckqualität unerlässlich ist.
Üben Sie zunächst an Abfallmaterial, um die Schnitttechnik zu beherrschen, bevor Sie Rakel für die eigentliche Produktion modifizieren. Mit dieser Fertigkeit können Sie anspruchsvolle Druckaufträge mit gebogenen Kanten effektiv und kostengünstig bewältigen.
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